Lebendiges Beilngries

Beilngries ist eine lebendige Stadt und diese Lebendigkeit spürt der Besucher auf Schritt und Tritt. Es war die Gastronomie, die eine Vorreiterrolle gespielt hat und heute noch spielt. Mit Aufwand wurden und werden historische Gebäude ins Leben zurückgeholt und vermitteln eben jenes traditionelle Flair, welches die Seele des Menschen anspricht. Die Attraktivität gilt auch für die wiederbelebten Märkte und die zahlreichen Feste, welche Menschen aus Nah und Fern gerne nach Beilngries kommen lassen.

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Historisches Beilngries

Die Beschäftigung mit der Geschichte heißt zurückblicken und dabei ist man für jedes Bild dankbar und erfreut. Bilder sagen bekanntlich mehr als tausend Wort, weshalb Fotografien, die vor 100 Jahren angefertigt wurden, wahre Augenweiden darstellen. Viel klarer als heute zeigt sich dabei die Stadtbefestigung, die Mauer mit ihren Türmen und Toren, und drum herum kaum Bebauung. Im Innern ragen einige Gebäude markant hervor. Im Außenbereich die Mühlen und der imposante Baukörper der Brauerei, überragt von der Grafenburg.

Historisches Beilngries
Beilngries vor 1886, Bildarchiv Foto Marburg / Fotograf Teufel, Carl / Filser, Benno, www.fotomarburg.de

Stadtbefestigung

Quellen weisen darauf hin, dass Beilngries bereits vor 1407 eine Stadtmauer mit Toren besaß, die im Laufe der Zeit verstärkt und ausgebaut wurde. Die heute sichtbaren Teile der Stadtbefestigung mit Mauer und Türmen stammen im Wesentlichen aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts und wurden mehrmals restauriert. Meist gut erhalten sind bis heute neun der ursprünglich zwölf Türme in der Stadtmauer, oft benannt nach dem städtischen Bediensteten, dem als Entgelt für seine Arbeit der Turm als Wohnung zugewiesen worden ist (z.B. Sauhüterturm). Im Mittelalter diente die Mauer vor allem dem Schutz vor Angriffen, es konnte aber auch der Zugang zur Stadt kontrolliert werden. Dieser erfolgte über die Stadttore, an denen jeder Durchreisende überprüft wurde und verschiedene Gebühren zu entrichten hatte, z.B. den so genannten Pflasterzoll. Nachts waren die Tore geschlossen.

In Beilngries gab es das Untere Tor im Süden bei der heutigen Ampelkreuzung und das Obere Tor im Norden bei der Brauerei Schattenhofer; die heute sichtbaren Durchgänge nach Osten und Westen waren nicht Teil der historischen Befestigung. Beide Tore wurden in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts abgerissen, um den Verkehr mit den zunehmend breiter werdenden Fuhrwerken nicht zu behindern. Erhalten blieb das Torhäuschen in der nordwestlichen Ecke des Kreuzungsbereiches.


Oberes Tor
Oberes Tor, Außenseite, Aufnahme vor 1887
Oberes Tor, Innenseite
Oberes Tor, Innenseite, Aufnahme vor 1887
Unteres Tor
Unteres Tor, Außenseite, Aufnahme vor 1886
Unteres Tor
Unteres Tor, Innenseite, Aufnahme vor 1886
Flurerturm
Flurerturm im Südosten der Stadt, Aufnahme um 1907, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Flurerturm um 1910
Flurerturm mit freigelegtem Fachwerk, Aufnahme um 1910, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Badturm
Badturm im Osten der Stadt, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Bürgerturm
Bürgerturm im Nordosten der Stadt bei der Brauerei Schattenhofer, Aufnahme von 1907, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Seelnonnenturm
Seelnonnenturm im Osten der Stadt, Aufnahme von 1907, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Sauhüterturm
Sauhüterturm an der nordwestlichen Ecke der Stadtbefestigung, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege bzw. Nachlass H. Prinstner
westliche Stadtmauer
Blick auf die westliche Stadtmauer mit Strohbauern-, Wasserschöpfer- und Sauhüterturm, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Rossturm
Rossturm an südwestlichen Ecke der Stadtbefestigung, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Südliche Stadtmauer
Südliche Stadtmauer, im Hintergrund der Rossturm, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege
Reiglturm
Ehemaliger Reiglturm an der westlichen Stadtmauer, abgetragen zwischen 1914 und 1918, Aufnahme von 1907, Foto: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Stadt Beilngries als Motiv der frühen Malerei und Grafik

Noch älter sind die wenigen Stiche, Aquarelle und Gemälde von Beilngries, dafür aber geradezu faszinierend. Die meisten davon stammen aus dem 19. Jahrhundert.

 
 

Beilngries in archivalischen Quellen

Urkunde aus dem Jahr 1007
In dieser Urkunde aus dem Jahr 1007 wurde Bilingriez zum ersten Mal erwähnt

Was aus älterer Zeit stammt, sind Urkunden, Archivalien, Schriftstücke, deren älteste eine Schenkung von Beilngries an das neue Bistum Bamberg im Jahr 1007 durch Kaiser Heinrich II. zum Inhalt hat.  Beilngries war damals also schon ein bedeutender Ort . Die Markterhebung von 1053, die Bischof Gebhard von Kaiser Heinrich III. erbittet, kommt einer Stadtgründung gleich. Im 15. Jh. ist Beilngries definitiv eine Stadt, versehen mit Mauer, Türmen, Toren und Graben.

Archäologische Quellen aus Beilngries

Prunkfibel
Prunkfibel
Rhyton
Rhyton

Auch vor dieser Zeit gibt es Urkunden, Bodenurkunden, Gegenstände, die sich in der Erde erhalten haben und die von Archäologen „gelesen“ werden können. Es ist eine reichhaltige „Lese“, die in Beilngries vor mehr als 200 Jahren begann. Und es wurde viel zusammengetragen,  von dem heute nur wenig am Ort erhalten blieb. Da sind die geschätzten 1000 Gräber der Hallstattkultur, deren Ausgrabung, besser Ausbeutung schon vor mehr als 100 Jahren ihren Anfang nahm.
Beilngries als Ort und Platz war hochbedeutend auch wegen seiner Grafenburg auf dem Bergsporn, der wohl schon früh „Hirschberg“ genannt wurde. Wahrscheinlich geht die Anlage auf die Zeit der Ungarneinfälle des 10. Jahrhunderts zurück und entwickelte sich kontinuierlich weiter. Vermutlich trug der exponierte Bergsporn schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Festungsanlage. Hier ist noch viel zu forschen.
Das Virtuelle Museum ist als Angebot für die eingangs als Rückblick bezeichnete Betrachtung von Beilngries zu verstehen. Nichts ist abgeschlossen. Es ist als Anfang gedacht - für unzählige Blicke zurück, einen Film quasi, der die Vergangenheit des Platzes verständlicher machen soll, für diejenigen, die hier leben, und diejenigen die nach Beilngries kommen.

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