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Hallstatt Kultur

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Grabung "Im Grund"

1981 wurden auf dem Gelände eines zukünftigen Industriebetriebes der Stadt Beilngries Grabstätten aus der Hallstattzeit entdeckt und im Vorgriff auf den Bau einer Fabrikhalle vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege ausgegraben. Es konnten noch die Reste von 22 Grabhügeln erforscht werden. Unglücklicherweise litt die archäologische Situation nicht nur unter der früheren intensiven Überpflügung des Grabungsgeländes, sondern sicher auch unter den Aktivitäten einer fundorientierten Heimatforschung um die Jahrhundertwende. Die Steinpackungen und -kränze der meisten antiken Grabstätten waren mehr oder weniger zerwühlt. Trotzdem brachte eine sorgfältige Grabungstechnik auch hier noch manchen erfreulichen Befund zutage. Aber auch bei ungestörten Fundlagen traten Bronzen ausgesprochen selten auf, während die Keramik in Aufwand und Anzahl keinen Vergleich mit anderen hallstättischen Grabanlagen zu scheuen braucht. Die wenigen angetroffenen Bronzen waren gut erhalten, dagegen muß der Zustand des geborgenen menschlichen und tierischen Gebeins leider als kümmerlich bezeichnet werden, was auf die besondere Bodenbeschaffenheit zurückzuführen ist. Bemerkenswert ist der Fund des vereinzelten Schädels eines Kleinkindes, welcher von nicht weniger als sechs Bronzeteilen umgeben war. Zwei Tonrasseln an der Seite einer Aschenurne deuten auf das Grab eines weiteren Kindes oder – nach einer anderen Theorie – eines Schamanen hin.

nach B.-R. Goetze: Das archäologische Jahr in Bayern 1981. Stuttgart 1982

Schale
Graphitbemalte Schale, Industriegebiet Im Grund, 7. Jhd. v. Chr.
Stufenteller
Stufenteller, Im Grund, 7. Jhd. v. Chr.

Grabungsplan Übersicht

Grab 2
Grabungsplan zu Grab 2, Im Grund (Industriegebiet), LfD
Grabungsplan des Gräberfeldes Im Grund (Industriegebiet), LfD
Grabungsplan des Gräberfeldes Im Grund (Industriegebiet) durchschnitten von neuzeitlichen Drainagegräben, LfD

Grabung Schmidt-Seeger (heute Bühler) im Industriegebiet

Bei der Erweiterung des Industirebetriebes Schmidt-Seeger wurden neben einigen Gruben mit jungsteinzeitlichen Objekten auch Gruben mit hallstattzeitlichem Inhalt dokumentiert. Wahrscheinlich handelt es sich dabei nicht um Grabbeigaben, sondern um die Reste eines Siedlungsgebietes. Besonders hervorzuheben ist der Fund eines Rhytons, eines Gefäßes für kultischen Gebrauch (Link zur 3D Ansicht). Der Fund von Webstuhlgewichten und Spinnwirteln (zum Verspinnen von Schafwolle) belegt die Textilverarbeitung.

Schale
Hallstattzeitliche, schwarztonige Schale, Industriegebiet Im Grund, Grabung Schmidt-Seeger
Schale rottonig
Hallstattzeitliche, rottonige Schale, Industriegebiet Im Grund, Grabung Schmidt-Seeger
Rhyton
Rhyton, tiergestaltiges Tongefäß zum feierlichen Ausgießen geweihter Flüssigkeiten, Industriegebiet Im Grund, Grabung Schmidt-Seeger
Spinnwirtel
Drei Spinnwirtel aus der Grabung Schmidt-Seeger und dem Ottmaringer Tal
Webstuhlgewichte
Webstuhlgewichte, Industriegebiet Im Grund, Grabung Schmidt-Seeger
 

Grabung Dr. Thenn

Durch die von Dr. Th. Thenn um die Jahrhundertwende durchgeführten Grabungen wurde in der Flur "Im Grund-West" ein hallstattzeitlicher Friedhof mit 9 Steindeckengräbern bekannt. In der angrenzenden Flur "Im Grund-Ost" wurden von ihm mindestens 4 bronzezeitliche Gräber, sowie 28 Gräber der Hallstattzeit geöffnet. Zwischen den Gräbern kamen immer wieder Kulturschichten mit jungsteinzeitlichen Funden zutage.

Glasperle
Weiße Glasperle mit hellblauen Einlagen, Im Grund-Ost, Grab 19
Halsringsatz
Halsringsatz, Im Grund-Ost, Grab 19, Foto Archäologische Staatssammlung München, S. Friedrich
Steigbügelarmringe
Steigbügelarmringe, Im Grund-Ost, Grab 19
Kegelhalsgefäß Grab 32
Braunschwarzes Kegelhalsgefäß mit tiefer Rillenverzierung, Im Grund-Ost, Grab 32
 
 

Kontextspalte

Fundorte bei Beilngries

Funde Hallstattzeit
Funde Hallstattzeit