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Hallstatt Kultur

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Grabung "Im Ried-West"

Im Ried-West, Grab 1

Schlangenfibeln
Schlangenfibelpaar, Beilngries, Im Ried-West, Grab 1; Foto: Archäologische Staatssammlung München, S. Friedrich

In dem von Dr. Th. Thenn 1908 geöffneten Grab 1 befanden sich neben diesem Schlangenfibelpaar noch drei Halsringe, sechs Steigbügelringe, elf Hohlohrringe, ein eiserner Gürtelhaken und ein Gefäß.

Im Ried-West, Grab 18

Hallstatt Reiter
Kegelhalsgefäß mit Darstellung von Pferden und Reitern auf dem Schulterfries Beilngreis, Im Ried-West, Grab 18

Im Ried-West, Grab 74

In dem von Dr. Th. Thenn im Jahre 1900 geöffneten Männergrab wurden Reste eines Wagens (Bruchstücke von eisernen Radreifen und Nabenkappen, bronzene Zierscheiben und Beschläge), Pferdeknochen und Zaumzeug (eiserne und bronzene Trensen) sowie Feuerböcke mit Bratspießen und verschiedene Keramikgefäße gefunden.

Feuerböcke1
Feuerböcke2
Feuerböcke3
Feuerböcke4
Hallstattzeiliche Feuerböcke und Bratspieße, Beilngries, Im Ried-West Grab 74, 7. Jhd. v. Chr. Fotos: Archäologische Staatssammlung München, S. Friedrich
Schale mit Vogeldarstellung
Beidseitig graphitierte Schüssel mit der Darstellung von Vögeln (Hühnern?) im oberen Fries

 

Hallstattzeiliche Feuerböcke und Bratspieße

Ein keltischer Grill: Bei den Kelten wurde im häuslichen Gebrauch das Fleisch auf einem Bratspieß gegart. Die Oberschicht dagegen benutzte bei den Gastmählern eine Art Grill. Er besteht aus einem Paar von Feuerböcken, lang gestreckten eisernen Geräten auf gabelartigen Füßen. Sie dienten den schweren, mit Fleischbrocken bestückten Bratspießen als Auflage und stellen gewissermaßen die Vorläufer des Bratrostes dar. Die dreifach gegliederten seitlichen Enden der Feuerböcke sind als stark stilisierte Stierköpfe ausgebildet. Die Kelten übernahmen dieses Grillsystem aus dem Süden: In Griechenland sind die eisernen Feuerböcke bereits seit dem Ende des 8. Jahrhunderts v. Chr. bekannt. In Etrurien sind sie in Gräbern des 7. Jahrhunderts häufiger anzutreffen. Die große Anzahl von 12 Bratspießen in dem Beilngrieser Grab zeigt, dass für jeden Gast mehrere Fleischstücke gedacht waren.

nach Dorothea van Endart: Archäologisches Museum der Oberpfalz Amberg. München 2006

 

Die beiden Feuerböcke und die 12 Bratspieße zählen zu den wenigen Funden im Mittel- und Nordbayerischen Raum, die einen Fernhandel mit den Etruskern belegen. In Griechenland seit dem 8. Jhd., bei den Etruskern seit dem 7. Jhd. in Gräbern anzutreffen, ist in Bayern nur ein weiteres Exemplar dieses keltischen Grills aus Großeibstatt in Unterfranken bekannt.

nach Konrad Spindler: Die frühen Kelten. Stuttgart 1983


 

Funde aus weiteren Gräbern

Brillenfibelfibel
Brillenfibel (Vorderseite) mit zwei aufgerollten Spiralscheiben und gegenläufiger Achterschleife; Foto: Archäologische Staatssammlung, S. Friedrich
Brillenfibel2
Brillenfibel (Rückseite); Foto: Archäologische Staatssammlung, S. Friedrich
Spiralring
Spiralförmiger Fingerring; Foto: Archäologische Staatssammlung, S. Friedrich
Melonenarmband
Melonenarmreif

Kontextspalte

Fundorte bei Beilngries

Funde Hallstattzeit
Funde Hallstattzeit