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Info zum Film "Gräberfeld der Hallstattzeit"

Starb eine Person aus der Mitte der Gesellschaft, so begannen die Vorbereitungen für die Bestattung. Die Organisation lag wohl traditionell bei einem Priester und seinen Beratern. Da galt es zunächst, den Platz des Grabes festzulegen. Dieser dürfte im Anschluss an bestehende Hügel in der Nähe der Ahnen, der unmittelbaren Angehörigen, also Vater und Mutter gelegen haben. An der festgelegten Stelle fand zunächst der Abtrag des Humus statt. Der damit geschaffene kreisrunde Platz wurde außen mit einem Graben versehen, zur Aufnahme eines Steinkranzes. Dieser konnte von sehr unterschiedlicher Größe sein und nach beobachteten Funden 5m, 8 m, 12m oder 15m Durchmesser besitzen. In Kinding / Ilbling wurde ein Hügel mit 30 Metern Durchmesser festgestellt. Die für die Konstruktion benötigten Steine mussten im Anschluss herbeigeschafft werden. Eine Möglichkeit bestand darin, sie von der Albhochfläche herunter ins Tal zu transportieren. Dort oben konnte Juragestein meist oberflächennah ausgegraben werden. Vielleicht aber hatte man schon in der Nähe des Gräberfeldes einen eigenen Steinbruch angelegt, um den großen Bedarf zu decken. Möglich ist auch, dass die vielen kleinen Hügel auf der Hochfläche zwischen Beilngries und Kinding Steindepots darstellen, um im Bedarfsfall schnell Steinmaterial verfügbar zu haben.
Als nächster Schritt war die hölzerne Grabkammer aus Eichenholz herzustellen. War man mit dieser fertig und die Abdeckbretter lagen bereit, konnte man an die Festlegungen des Tages für die Bestattungszeremonie, das Bestattungsfest, denken. Dieses Ereignis betraf sicher nicht nur die Familie oder Sippe des Verstorbenen, sondern die ganze Siedlung, vielleicht auch Nachbarsiedlungen, je nach sozialer Stellung und Bekanntheitsgrad des Verstorbenen. Die Bestattungszeremonie dürfte in ein allgemeines Fest mit kollektiven Tänzen, Gesängen und Spielen eingebunden gewesen sein, ebenso das eigentliche Totenmahl. Noch heute pflegen wir in unserem Kulturbereich den „Leichenschmaus“, der sich an die Beerdigung anschließt.
Damals benutzte man für das Mahl Tongeschirr, welches teilweise auf der Oberfläche verziert war. Vielleicht gehörte es auch zu den Vorbereitungen des Bestattungsfestes, ein oder mehrere Gefäße für den Toten eigens herzustellen und besonders zu schmücken. Die Festlichkeiten hatten ihren Höhepunkt in der Niederlegung des Verstorbenen. Der Tote trug dabei Festtagskleidung und war ausgestattet mit dem Schmuck, der auch im Leben getragen wurde und sein Eigentum war. Die geteilte Grabkammer nahm dann  noch zahlreiche Gefäße auf, ursprünglich gefüllt mit den Speisen des Totenmahls. Dazu kamen wohl noch Objekte aus vergänglichem Material, Gewebe, Felle und andere Dinge, die wir nur erahnen können, weil sich keine Spuren erhalten haben. Bei Männern konnte beispielsweise das bronzebeschlagene Zaumzeug von Pferdegespannen mit abgelegt worden sein, oder wie in Beilngries, eiserne Feuerböcke und Bratspieße.
War die Niederlegung geschehen, hat man sich vielleicht in einer Prozession von dem oder der Toten verabschiedet, was aber nur zu vermuten ist. Den Abschluss bildete die Abdeckung der Grabkammer mit Bohlen oder Rundhölzern. Darüber wurden Kalksteine geschichtet. Auch dieser Vorgang ist als kollektive Tätigkeit denkbar, an der sich die Anwesenden alle beteiligt haben. Der letzte Akt war die Überdeckung mit Erde, eine Arbeit, bei der man sich den Einsatz von Körben vorstellen kann. In ganz besonderen Fällen wurde der Hügel mit einem Stein gekrönt. Zwar nicht in Beingries aber in der Region sind solche Steinsetzungen nachgewiesen, wofür es im Verbreitungsgebiet der Hallstattzeit eine Reihe von Belegen gibt.

Rhyton in 3D

In unserer 3D Galerie können Sie den Nachbau eines Rhyton von allen Seiten begutachten.

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Info zum Rhyton

Tiergestaltige Kult- oder Ritualgefäße gibt es schon seit Beginn der Jungsteinzeit. Die Objekte sind selten und erscheinen noch wenig im Fundgut von Ausgrabungen. Diese Gefäße geben einen kleinen Blick auf die geistige Welt der damaligen Menschen, von der wir so wenig wissen.
Das Rhyton von Beilngries stellt ein Fabeltier dar und erinnert vielleicht ein wenig an ein Rind. Auch eine Hirschkuh ist denkbar. Vermutlich wurde das Gefäß zum „kollektiven Rauschtrunk“ bei Festzeremonien verwandt.

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